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Europäische Bauproduktenverordnung für Tragwerke

Gründungswissen

DIN EN 1090 Stahl- und Aluminiumtragwerke

Zertifizierung der werkseigenen Produktionskontrolle

Wenn Sie Tragwerke aus Stahl oder Aluminium herstellen, dann sind Sie von den Regelungen der europäischen Bauproduktenverordnung betroffen.

Die Bauproduktenverordnung verpflichtet Sie als Hersteller von Stahl- und Aluminiumtragwerken seit dem 1.7.2013 zur CE-Kennzeichnung Ihrer gefertigten Bauteile gemäß der harmonisierten Norm DIN EN 1090.

Sie können die Bauteile selbst mit der Kennzeichnung versehen, wenn Sie zuvor eine werkseigene Produktionskontrolle (WPK) eingeführt haben und diese z.B. von unserem Begutachtungspartner ZDH-ZERT zertifiziert wurde.

Mit der Zertifizierung nach DIN EN 1090 sind die Bauprodukte nicht nur in Deutschland, sondern auch in der europäischen Union frei handelbar. Auch gewinnen Sie als Hersteller Rechtssicherheit im europäischen Wirtschaftsraum. Die Herstellung wird zudem vereinfacht, da nur noch nach einem Regelwerk gefertigt werden muss.

Geltungsbereich der DIN EN 1090

(vgl. Dipl.- Ing. Karsten Zimmer, Bundesverband Metall, Vereinigung Deutscher Metallhandwerke, www.metallhandwerk.de)

„Die Umsetzung der DIN EN 1090 sorgt spätestens seit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt im Metallhandwerk für Unruhe und Besorgnis. Bisher scheint klar zu sein: Metallbauer, die tragende Teile herstellen, sind aufgefordert, ihre werkseigene Produktionskontrolle zertifizieren zu lassen. Aber trifft das wirklich auf alle Produkte und auf alle Metallbauer oder Metallgestalter zu? Und wie kann die Umsetzung der Norm in Deutschland so erfolgen, dass kein Handwerksbetrieb auf der Strecke bleibt?

Die Experten beim Bundesverband Metall arbeiten daher schon seit langem daran, den Betrieben, deren Produkte in den Geltungsbereich der Norm fallen, die Zertifizierung so einfach wie möglich zu machen. Parallel wurden und werden in Gesprächen mit dem Deutschen Institut für Bautechnik  offene Fragen geklärt und alle Chancen genutzt, um handwerksgerechte Lösungen zu finden und die Hürden so niedrig wie möglich zu halten.

Der Bundesverband Metall hatte dem Deutschen Institut für Bautechnik eine Liste mit Produkten aus dem Bereich der Metallgestaltung vorgelegt und eine Zuordnung vorgenommen. Die Anforderungen an das Metallhandwerk sind insoweit eingegrenzt, dass eindeutig davon ausgegangen werden kann, dass nur Stahl- und Aluminiumprodukte unter die Norm fallen, die „tragend” sind. Das Deutsche Institut für Bautechnik hat schriftlich bestätigt: Alle nicht tragenden Bauteile fallen auch nicht in EN 1090-1. Treppen und Geländer, Vordächer oder Carports bleiben jedoch nach dem aktuellen Stand der baurechtlichen Auslegung im Regelungsbereich der Norm. Eine vollständige Übersicht über die Einordnung liefert die Tabelle.

Endgültig abgeschlossen ist der Klärungsprozess, welche Produkte und Hersteller von der DIN EN 1090 betroffen sind, damit aber immer noch nicht. Es könnten sich noch einmal Änderungen durch die Auslegung der neuen Bauproduktenverordnung ergeben. Wir befinden uns mitten im Übergang von nationaler zu europäischer Normung und bauaufsichtlicher Anforderungen. Es ist nicht zu vermeiden, dass die Präzisierungen des Geltungsbereiches und die Auslegung der Texte Zeit brauchen.

Liste von Produkten und deren Einteilung nach DIN EN 1090-2 „Metallgestalter”geregelt:

  • Treppen, Wohngebäude, EXC 1 / Treppen, nicht in Wohngebäuden, EXC 2 /
  • Geländer, Wohngebäude, EXC 1, / Geländer, nicht in Wohngebäuden, EXC 2
  • Vordächer, EXC 1, Carport, EXC 1

nicht in DIN EN 1090 geregelt:

  • Zäune / Tore, privat (aber in DIN EN 13241-1) / (Zaun) Tore(aber in DIN EN 13241-1)
  • gewerbliche Tore (aber in DIN EN 13241-1) / Handläufe / (Fenster) Gitter /
  • Eingangstüren (aber in DIN EN 14351-1) / Grabzeichen / Leuchter und Gerät /Kunst am Bau / Ausleger, Werbung / Wetterfahnen / Turmkreuz / Kamin / Möbel / Skulpturen / Kunst am Bau / Brunnen / Wandplastiken, Kunst am Bau / Fassaden (aber in DIN EN 13830) / Trennwände / Damaszenerstahl“

Beratung

Ihre Handwerkskammern in Baden-Württemberg bereiten Ihren Betrieb vor und begleiten Sie bei der Zertifizierung bzw. Inspektion der werkseigenen Produktionskontrolle (WPK) nach DIN EN 1090 durch die akkreditierte Zertifizierungsgesellschaft des Handwerks ZDH-ZERT.

Während man früher vom „Großen und Kleinen Eignungsnachweis“ und später von der „Herstellerqualifikation Klasse A-E“ sprach, hat die DIN EN 1090 Ausführungsklassen (engl.: execution classes) festgelegt.

Diese steigen von einfachen Bauteilen der EXC1 bis zu hochsicherheitsrelevanten Bauteilen der EXC4.

Lassen Sie sich von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Beratungsstelle Ihrer Handwerkskammer detailliert beraten.

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