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Nachfolgeplanung – aber richtig!

Die meisten Unternehmerinnen und Unternehmer beschäftigen sich ungern mit dem Thema der Nachfolge. Häufig liegt dies an der Verbundenheit mit dem Unternehmen oder auch an mangelnder Zeit. Eine solide Nachfolgeplanung ist jedoch für eine erfolgreiche Betriebsübergabe enorm wichtig.

Wenn eine der beiden Parteien wichtige Schritte der Nachfolge übersehen, kann das teuer werden oder sich negativ auf das Unternehmen auswirken. Idealerweise sollte hierzu schon bei der möglichen Übergabe ein Konzept vorhanden sein. Denn eine Unternehmensübergabe nimmt viel Zeit in Anspruch, oftmals mehrere Jahre. Ob innerhalb der Familie oder an eine oder einen Externen übergeben wird – eine gelungene Übergabe beginnt frühzeitig. Erfahren Sie hier, welche Aufgaben Sie erwarten und was Sie beachten sollten.

Was bedeutet rechtzeitig?Person mit Dokument und Rechtsbuch vor sich

Es gibt verschiedene Ansichten darüber, wann die Nachfolgeplanung beginnen sollte. Eine allgemeine Regel besagt, dass zu Beginn des 55. Lebensjahres langsam die Nachfolgeplanung forciert werden sollte, da eine Betriebsnachfolge von der Suche bis zur Übergabe schon mal sieben bis zehn Jahre dauern kann. Eine lange Planungsdauer ist zwar kein Garant für eine erfolgreiche Betriebsübergabe, kann jedoch einiges an Ärger und Drück ersparen. Die Nachfolge vorausschauend zu planen, sollte für die Unternehmerin oder den Unternehmer eine stetige Aufgabe sein.

Die Ziele und Voraussetzungen für die Betriebsübergabe

Mit der Unternehmensnachfolge werden mehrere Ziele verfolgt: Zum einen soll der Fortbestand des Unternehmens langfristig am Markt gesichert werden und ein Lebenswerk weiter bestehen bleiben. Ein weiterer Grund kann sein einen möglichst hohen Erlös durch den Verkauf zu erzielen, um das Leben nach dem Verkauf möglichst angenehm gestalten zu können. Eines der häufigsten Ziele ist Sicherstellung der Versorgung der Familie - Entweder durch den Verkaufserlös oder durch die Weiterführung des Betriebs innerhalb der Familie.

Es gibt einige grundsätzliche Fragen, die Betriebsinhabende für sich selbst beantworten müssen, bevor es an die Planung von Details, Bewertungen oder Nachfolgesuchen gehen kann.

Der richtige Zeitpunkt

Wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Das Alter der Unternehmerin oder des Unternehmers ist natürlich entscheidend, aber auch die Phase, in der sich das Unternehmen aktuell befindet. Die Lage der Branche und die familiären Verhältnisse haben ebenfalls Einfluss darauf, ob der Augenblick für eine Betriebsübergabe günstig ist. Ideal ist eine Übergabe auch dann, wenn für das Unternehmen nachweisbar ein nachhaltiges Wachstum zu erwarten ist.

Wenn die Unternehmensnachfolge innerhalb der Familie geklärt ist, ist im nächsten Schritt das Wann und Wie der Nachfolge zu planen.

Zehn Tipps aus der Praxis für eine erfolgreiche Betriebsnachfolge

  1. Eine Timeline erstellen
    • Wann soll die Übergabe stattfinden?
    • Was gilt es bis dahin zu klären?
  2. Einen langfristigen Plan zur Nachfolge mit Expertinnen und Experten aufstellen
  3. Langsam Verantwortung an die Nachfolgeperson weitergeben
  4. Veränderungen durch die Nachfolgerin oder den Nachfolger zulassen
  5. Die Nachfolgeperson möglichst früh in das Unternehmen einbinden
  6. Mitarbeitende mit einbeziehen
  7. Round Table nutzen, um über die Veränderungen und Chancen zu sprechen
  8. Rechtliche Themen abschätzen und klären
  9. Testament überprüfen
  10. Stakeholder (Mitarbeitende, Bank, Lieferfirmen und Kunden) mit in die Planung einbeziehen

© Foto: Steffen Müller Fotografie

 


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