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Franchise – Existenzgründung mit System. Eine interessante Alternative

Gründungswissen

Ein erprobtes Konzept kaufen

Wer sich selbständig machen will, braucht nicht unbedingt eine eigene Erfolg versprechende Idee. Auch Sie können ein fertiges Konzept verwenden, das Ihnen beim Start in die Selbständigkeit viele Probleme und Risiken sparen kann. Sie werden Franchise-Nehmer und kaufen die Idee vom Franchise-Geber.

Nicht nur in Handel und Dienstleistung, sondern auch im Handwerk haben Franchise-Systeme erfolgreich Einzug gehalten. Ob in Augenoptik, Bausanierung, Haustechnik, Kfz-Handwerk, Lebensmittelbranchen, Gastronomie oder in der Sicherheitstechnik. Fast in jedem Beruf gibt es heute eine Fülle von Anbietern hoch spezialisierter Techniken, pfiffiger Produkte oder ausgefallener Dienstleitungen. Diese Konzepte können für Sie ein gutes Sprungbrett in die Selbständigkeit sein oder ein sinnvolles zweites Standbein für Ihren Betrieb.

Als Franchise-Nehmer sind Sie rechtlich und wirtschaftlich selbständig. Sie eröffnen mit eigenem Geld einen Betrieb, in dem Sie nach den Vorgaben des Franchise-Gebers die Produkte und Dienstleistungen vertreiben. Im Franchise-Vertrag sind Ihre Beziehungen mit dem Geschäftspartner geregelt. Ihr persönlicher Entscheidungsspielraum wird durch Vorgaben im Vertrag eingeschränkt.

Vorteile

Dafür können Sie eine ausgereifte Geschäftsidee erwerben und vom Wettbewerbsvorsprung, vom Markennamen, vom Image, vom Know-how und den Dienstleistungen des Franchise-Gebers profitieren.

Für diese Vorteile bezahlen Sie eine Gebühr. Meist ist es eine einmalige Einstandsgebühr zuzüglich monatlicher umsatzabhängiger Zahlungen (Franchise-Gebühr). Viele Franchise-Geber verlangen noch zusätzliche Gebühren, z. B. für Werbung oder auch Beratung oder Sie müssen Material bzw. Waren zu festgesetzten Preisen beziehen. Für die Einstandsgebühr sind der Bekanntheitsgrad des Systems und die Größe des geschützten Verkaufsgebietes entscheidend. Die monatliche Franchise-Gebühr sollte nicht höher als fünf Prozent vom Umsatz sein.

Tätigkeitsgebiete

Vorsicht ist geboten bei den Konzepten, die durch detaillierte Vorschriften des Franchise-Gebers keinen Freiraum mehr für unternehmerisches Handeln lassen. Durch starre Regelungen im Vertrag können Franchise-Nehmer zu Scheinselbständigen werden.

Kritisch prüfen

Eine Erfolgsgarantie gibt es auch für Franchise-Nehmer nicht. Deshalb ist wichtig, dass Sie Ihren künftigen Partner einer gründlichen Prüfung unterziehen. Kriterien dafür finden Sie in der folgenden Checkliste. Nehmen Sie sich Zeit bei der Prüfung und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Informieren Sie sich bei anderen Franchise-Nehmern über deren Erfahrungen. Lassen Sie die Umsatz- und Gewinnplanung und den Franchise-Vertrag von den Beratern Ihrer Kammer oder Ihres Fachverbandes überprüfen. Sehen Sie sich das Handbuch des Franchise-Gebers genau an. Seien Sie vorsichtig bei Franchise-Systemen, die erst seit kurzem auf dem Markt sind.

Checkliste – Franchising

  • Wie lange ist der Franchise-Geber schon am Markt?
  •  Ist der Franchise-Geber Mitglied im Deutschen Franchise-Verband?
  • Wie viele Franchise-Nehmer gibt es und wie lange sind sie schon dabei?
  • Hat der Franchise-Geber eingetragene gewerbliche Schutzrechte, wie Patent, Marken oder Warenzeichen?
  • Wie bekannt ist das System?
  • Welche Unterstützung bietet der Franchise-Geber?
  • Wie hoch sind die Investitionen, die Eintrittsgebühr und die laufenden Gebühren?
  • Wie sind Ihre Umsatz- und Gewinnerwartungen?
  • Ist die Handelsspanne so groß, dass Sie einen angemessenen Unternehmerlohn erwirtschaften können?
  • Gibt es an Ihrem Standort ein ausreichendes Kundenpotenzial?
  • Sind alle zugesagten Leistungen vertraglich fixiert?
  • Wird den Franchise-Nehmern ein Gebietsschutz garantiert?
  • Wenn Sie zum Bezug von Ware oder Material verpflichtet sind: Ist der Einkaufspreis marktgerecht?

Empfehlungen:

  • Lassen Sie sich nicht von den versprochenen Gewinnen täuschen, sondern suchen Sie sich Ihren Vertragspartner nach den oben genannten Kriterien aus,
  • Erkundigen Sie sich bei anderen Franchise-Nehmern.
  • Holen Sie Informationen über den Franchise-Geber ein. Auskünfte erteilt der Deutsche Franchise.-Verband e. V. (www.dfv-franchise.de), Luisenstraße 41, 10117 Berlin.
  • Lassen Sie den Vertrag und die Rentabilitätsvorschau durch Ihre Kammer, Berater, Rechtsanwalt oder Steuerberater prüfen.
  • Prüfen Sie genau, ob nach Abzug der Kosten noch genügend Gewinn für Sie bleibt.

Interessante Links:

www.franchiseverband.com
www.franchiseportal.de
www.dfnv.de
www.franchise-net.de
www.gruenderstadt.de
www.handwerk.com

Handwerkskammer Region Heilbronn

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