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Sebastian Erwig, Ladies First, Horb am Neckar

Erfolgreich im Handwerk

15.01.2014

Kontaktdaten:

Ladies First – Service für Ihr Auto
Inhaber Sebastian Erwig
Weberstraße 29-1
D-72160 Horb am Neckar

Tel. 07451-5539840
Fax 07451-5539841
Facebook-Seite: facebook.com/pages/Ladies-First

Branche: Kraftfahrzeuginstandsetzung

Gründungs- / Übernahmedatum: 13.10.2012 Tag der Eröffnungsfeier

Mitarbeiterzahl: 1 Angestellter, 1 Auszubildender

Produkt- und Leistungsangebot: Fullservicedienstleister für Personenkraftwagen und PKW-Anhänger.

Besonderheiten der Geschäftsidee: Ausgehend von dem schlechten Image der KFZ-Branche, entstand die Idee eine freundliche, helle Werkstatt mit Familienatmosphäre zu gründen, die dem Ruf einer dunklen, ölverschmierten „Schrauberhöhle“ widerspricht. Dabei sollen gezielt Frauen als Kundinnen angesprochen werden.

Lebenslauf / Qualifikation:

Um meine Leidenschaft zum Beruf zu machen, startete ich im Jahr 2005 meine Lehre zum KFZ-Mechatroniker in der Schwabengarage Stuttgart. Bereits vier Jahre später konnte ich erfolgreich die  Meisterprüfung  ablegen und erwarb in dem darauffolgenden Jahr alle notwendigen Zusatzqualifikation. Als Ausbilder und später als Werkstattleiter sammelte ich viele wertvolle Erfahrungen, die mir zu einem  stabilen Fundament auf dem Weg in die Selbstständigkeit verhalfen. Übrigends ein Schritt, den ich bis heute keinen Tag bereut habe!

Geplante Geschäftsentwicklung: Ein solides mittelständisches Unternehmen aufzubauen, dass seinem Ruf als ehrlicher und kompetenter Handwerksbetrieb gerecht wird.

Netzwerke: An unserem Auftritt in Facebook, sowie unserer Homepage arbeiten wir noch. Ich hoffe Sie über den Jahreswechsel abschließen zu können.

Interview:

"Ich möchte speziell das Interesse der Autofahrerinnen wecken und ihnen eine Werkstatt ihres Vertrauens anbieten."

Sebastian Erwig hat sich mit seiner MeisterWerkstatt speziell auf weibliche Kunden eingestellt.

Was war für Sie die Motivation zur Selbständigkeit?

Darüber nachgedacht hatte ich schon länger, wirklich ausschlaggebend war aber das Verhalten meines letzten Arbeitgebers. Die vielen negativen Erfahrungen und die Überzeugung es „besser“ zu machen, veranlassten mich konkrete Pläne für einen Weg in die Selbstständigkeit zu entwerfen. Entscheidend für die Umsetzung war der Glaube in meine Fähigkeiten und die uneingeschränkte Unterstützung meiner Frau.

Was ist Ihre Geschäftsidee?

Wie der Firmenname schon sagt: Bei mir sollen die weiblichen Kunden gezielt angesprochen werden. Ich möchte speziell das Interesse der Autofahrerinnen wecken und ihnen eine Werkstatt ihres Vertrauens anbieten. Ich will die Damen ermutigen, bei technischen Problemen selbst vorbeizukommen.  Dass meine Werkstatt etwas anders als andere Werkstätten ist, zeigt sich unter anderem durch die Wahl ansprechender Farben und Einrichtungsgegenstände, außerdem gibt es bei uns eine Kinderspielecke und eine Wickelkommode.

Die Ausrichtung auf die Frauen als Kundschaft soll jedoch nicht heißen, dass wir die maskulinen Bedürfnisse außer Acht lassen. Auch Männer sind natürlich gern gesehene Kunden in unserer Werkstatt.

Was waren die wichtigsten Schritte auf dem Weg zur Selbständigkeit?

Nach der Entscheidung für eine eigene Werkstatt arbeite ich Alleinstellungsmerkmale heraus, bereitete mir Gedanken darüber, was ich als Kunde erwartete und in welchen Punkten ich dabei enttäuscht wurde. Nach der Fassung des Geschäftsplanes, studierte ich die notwendigen Voraussetzungen, erstellte eine Prioritätenliste, die es abzuarbeiten galt.

Welche Hürden empfanden Sie bei Ihrer Betriebsübernahme als besonders hoch?

Es ist unglaublich, wie viele Behörden und Institutionen bei einer Firmengründung eingebunden werden müssen. Viele Vorgänge bauen auf einander auf, sodass sich der zeitliche Ablauf auch mit gutem Willen nicht beschleunigen lässt. Einhergehend fallen natürlich für jeden Prozess auch Kosten an, die sie trotz ungewisser Zukunft und ohne laufende Einnahmen zu begleichen haben.

Was würden Sie, trotz erfolgreicher Gründung, aus heutiger Erfahrung anders machen?

Heute würde ich meine Werbemittel auf andere Medien verteilen um meine Zielgruppe besser zu erreichen. Weg von klassischen und aus meiner Sicht überteuerten Printmedien. Grundsätzlich musste ich einfach feststellen, dass der Faktor Marketing viel mehr Zeit und Aufmerksamkeit verlangt, als geplant. Auch ich habe zu Beginn in diesem Bereich „Schnellschüsse“ gewagt. Gebracht haben Sie mir wenig, gekostet aber sehr wohl viel.

Haben Sie daraus Konsequenzen für Ihre berufliche Zukunft gezogen?

Selbstverständlich. Meine „Werbeetat“ ist eingefroren, bis die neue Strategie vollständig ausgearbeitet ist und ich verlasse mich nicht länger auf Versprechungen in der Werbebranche. Einmal mehr geht es nur ums Geld. Leider fehlte mir bis dato, wie bei vielen Selbstständigen, die notwendige Zeit zur abschließenden Umsetzung.

Konnten Sie aus Ihrer Tätigkeit im Angestelltenverhältnis Tipps/ Hinweise in die Selbständigkeit übernehmen?

Ich versuche bis heute alle Dinge, die mich im Kundenumgang gestört haben, strikt zu vermeiden und erfahre dafür viel Lob und Anerkennung. Aber verstehen Sie das bitte nicht falsch, als habe es nur Negatives in der Vergangenheit gegeben. Jede Firma hatte hervorragende Lösungsansätze, von denen ich noch immer profitiere.

Haben Sie im Gründungsprozess externe Unterstützung in Anspruch genommen?

Ohne Unterstützung der Handwerkskammer wäre mir der Schritt vielleicht nicht geglückt. Die betriebswirtschaftliche Beraterin dort hat mich maßgeblich bei der Erstellung des Businessplans unterstützt. Für das solide Fundament und die offen geäußerten Bedenken bin ich sehr dankbar. Auch die Eintragung auf dem Patentamt wäre ohne Unterstützung der Handwerkskammer kaum denkbar gewesen.

Welche Philosophie, welches Motto begleitet Sie durch Ihren Alltag?

Kurz und knapp: Ehrlich währt am Längsten!

Was sehen Sie als größte Stärke Ihres Unternehmens?

Ich führe meine Beratungen und Gespräche stets aufrichtig, ehrlich und mit ausreichend Zeit durch. Mich interessieren die wahren Bedürfnisse meiner Kunden, nicht ihr Portemonnaie.

Welche Visionen/ Ziele haben Sie?

Gesundes Wachstum durch Empfehlungen, bleibt nachhaltiges Wachstum. Mir sind die Anerkennung meiner Leistung und mein Ruf sehr wichtig. Daran arbeite ich täglich. Eventuell besinnt sich ja doch der eine oder andere Mitbewerber auf traditionelle „Werte und Normen“ und verbessert den miserablen Ruf unserer Branche.

Welchen Hinweis möchten Sie Neugründern mitgeben?

Sollte Ihr Geschäftsmodell ausgereift sein, setzen Sie es konsequent um! Lassen Sie sich von externen Einflussfaktoren stören. Beweisen Sie einen langen Atem, viel länger als Sie glauben! Wagen Sie neue Wege! Der Lohn wird eine erfolgreiche, eigene Firma sein.

Vielen Dank für das Interview.

 

Das Interview führte die Handwerkskammer Reutlingen.

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