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Digitalisierung: Smartphone ist wie Hammer und Säge

Erfolgreich im Handwerk

26.05.2017

Marius Räsener (links) und Florian Räsener (rechts) haben „softronic" digital
umgekrempelt.

 

Am alten Rathaus in Mannheim-Seckenheim war die Firma ebenso tätig wie bei der Dachstuhlerneuerung in der Sebastianskirche, am Herschelbad oder der VR Bank Rhein-Neckar. Die Softronic Haustechnik und Holzbau GmbH hat den Firmensitz auf der Friesenheimer Insel in Mannheim. Eingetragen mit dem Zimmerer-, Dachdecker- und Klempner-Handwerk deckt die Firma eine breite Palette handwerklicher Leistungen ab.

Handwerk „verinnerlicht"

Grundgelegt wurde das Fundament vom Vater. Der allerdings verstarb bereits 2016 – und da waren dann die Söhne gefragt. Mit Florian und Marius Räsener führen zwei Herren das Unternehmen, die zwar nicht aus dem Handwerk kommen, aber über den Vater das Handwerk verinnerlicht haben. Florian ist von Haus aus Dipl.-Ing. der Architektur und Marius Dipl.-Ing. der techn. Informatik. Beide zusammen haben erkannt, dass die Digitalisierung für die Zukunft des eigenen Unternehmens lebenswichtig ist.

Dokumentation im Vordergrund

Auf die Frage, was denn für ihn Digitalisierung bedeutet, antwortet Marius Räsener, digitale Dokumentationen anzulegen, aber darüber hinaus auch den Handwerker von den Pflichten des Büros zu befreien. Im Prinzip, so gibt er auf Nachfrage zu, ist dabei Digitalisierung auch eine Art Rationalisierung. Und Florian Räsener schaltet sich ein, denn bevor man etwas digital umsetzen wolle, müsse man die Prozesse definieren.

Baufortschritt zeitnah dokumentieren

So arbeiten die beiden beispielsweise mit Drohnen, die den Auftraggebern zeitnah den Baufortschritt bei den Dacharbeiten zeigen. Nicht nur dokumentieren, wie beide unisono betonen, sondern auch, um digital auf der Baustelle ausgerüstet zu sein, um etwa Nachträge zu dokumentieren und gleich mit der Geschäftsleitung abzustimmen. Was wiederum eingeht in das Programm, das später bei der Abrechnung zur Anwendung kommt. So ist jeder Mitarbeiter vor Ort mit einem Smartphone ausgestattet, das dieser für den dienstlichen Einsatz nutzt.

Transparenz für Kunden

Hier gilt: alle Beteiligten sind auf gleicher Informationshöhe. „Für uns ist das Smartphone wie Hammer und Säge, also wie Werkzeuge, die wir für die handwerklichen Leistungen benötigen", bringt es Florian Räsener auf den Punkt.
Sie schaffen so auch eine Transparenz für Kunden. Und auch die Mitarbeiter, die eingebunden sind, mit ihrer Arbeit den Wert der elektronischen Hilfsmittel erkennen.

Größter Wert: handwerkliche Arbeit

Dabei allerdings belassen es die beiden nicht. Denn sie legen größten Wert auf eine hervorragende handwerkliche Arbeit: je traditioneller, je besser. Und das haben nicht nur die Stadt Mannheim oder andere Kommunen erkannt, sondern auch zahlreiche private und gewerbliche Bauherren, die Kunden der Firma sind.
Bisher seien die Nachträge nach VOB immer wieder ein „Mammutprojekt" gewesen, wo alles – „und wirklich alles" – aufgedröselt werden musste, berichtet Florian Räsener. Das wird jetzt durch die im eigenen Haus entwickelte Software deutlich erleichtert, eine Software, die seit 2015 im Einsatz ist und sich bewährt habe. Und immer wieder kommen die beiden auf die Anforderungen der Handwerker im Haus zu sprechen, an denen sie sich bei der Programmierung ausgerichtet haben. Denn Grundlage ist das Handwerk nicht das Programm, betonen beide unisono.

Software auch für andere Betriebe

Und weil die entwickelte Software so praxisorientiert angewendet werden kann – etwa ist die Stundenerfassung ebenso inkludiert wie Kalkulationen und Abrechnungen – ist sie natürlich auch für andere Betriebe von Interesse. „Wir sind Innungsmitglied und werben dafür auch demnächst in der Innungsversammlung", sagt Marius Räsener, und verweist auf die VOB-Konformität und auf Nettorechnungen für kommunale Wohnungsbaugesellschaften.
Bereits zehn Firmen setzen die Software im Büro ein, so Marius Räsener, und „bestimmt zehn Mitarbeiter auf der Baustelle". Es sei eine junge und moderne Software entstanden, die mehrsprachig und als echte Cloud-Anwendung verfügbar ist. Früher, so Florian Räsener, hat er drei Tage in der Woche Rechnungen geschrieben. Jetzt beschränkt sich das auf drei Stunden am Freitag Nachmittag.

Wenig Verwaltung – Viel Handwerk

Davon profitieren die Mitarbeiter auch, denn die Einsatzpläne sind auf einem Monitor im Eingangsbereich für jeden sichtbar. Darauf sind die Baustellen und die entsprechenden Mitarbeiter verzeichnet. Die Zeiterfassung ist auch Teil dieses Programms, so dass es – auch im Sinn des Betriebs – möglichst wenig Streitereien gibt, wenn Überstunden angefallen sind.
Und auch damit wird deutlich, was an Philosophie rüberkommt: möglichst wenig Verwaltung, aber umso mehr Handwerk.

 

Text und Bild: Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald

 

Kontaktdaten:

Softronic Haustechnik und Holzbau GmbH
Walter-Bothe-Str. 1-7
68169 Mannheim
Tel +49 621 336510-0
Fax +49 621 336510-90
info@mehr-handwerk.de
http://www.softronic-mannheim.de

 

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