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Die Rechtsform GmbH oder UG (haftungsbeschränkt) - eine gute Wahl?

Wissens-ABC

 

Die Hoffnung, die persönliche Haftung genau auf null bei der UG (haftungsbeschränkt) bzw. auf 25.000 EUR bei einer GmbH zu begrenzen, lassen die Kapitalgesellschaften attraktiv erscheinen. Diese Gesellschaften können zudem steuerliche Vorteile bringen. Jungunternehmer schätzen es, wenn sie als Geschäftsführer monatlich ein Gehalt beziehen, das die Gewerbesteuer mindert. Zudem können sie eine zusätzliche Altersversorgung aufbauen und unterliegen nicht der Handwerkerpflichtversicherung.

Vorsicht: Bei der Wahl der Rechtsform müssen alle Vor- und Nachteile gegeneinander abgewogen werden. Die Haftungsbegrenzung durch eine Kapitalgesellschaft ist in der Praxis häufig nicht so gegeben wie erhofft. Wer sich für eine Kapitalgesellschaft entscheidet, sollte sich dringend mit den Pflichten eines Geschäftsführers - vor allem in Krisensituationen - befassen. Denn sonst kann es sein, dass die persönlichen Risiken weit größer sind als bei einem Einzelunternehmen bzw. einer Personengesellschaft.

Häufig wird übersehen, dass den Vorteilen auch Nachteile gegenüberstehen. Das sind insbesondere:

  • Der bzw. die Gesellschafter-Geschäftsführer haften auch für Kredite. Denn Banken und Sparkassen gewähren Kredite in der Regel nur dann, wenn sie dafür Sicherheiten erhalten.
  • Der bzw. die Geschäftsführer haften für nicht abgeführte Steuern und Sozialversicherungsbeiträge.
  • Geschäftsführer einer GmbH oder einer UG (haftungsbeschränkt) haben zahlreiche Pflichten, die nur wenige Handwerksunternehmer kennen. Vor allem in Krisensituationen ist es wichtig, diese gesetzlichen Pflichten zu beachten.
  • Bei Kapitalgesellschaften ist die Überschuldung ein Insolvenzgrund. Geschäftsführer, die nicht rechtzeitig einen Insolvenzantrag stellen, machen sich strafbar.
  • Geschäftsführer, die sich wegen Insolvenzvergehens strafbar gemacht haben, kommen nicht in den Genuss der Restschuldbefreiung und sind pfändbar auf das Hartz-IV-Niveau.
  • Die erhofften steuerlichen Vorteile stellen sich erst ein, wenn die Firma gute Gewinne erwirtschaftet. Das ist bei neu gegründeten Betrieben in den ersten Jahren meist nicht der Fall.
  • Die Kosten für den Steuerberater sind wesentlich höher als bei einem Einzelunternehmen bzw. bei einer Personengesellschaft. Notwendig sind eine doppelte Buchführung, eine Steuer- und eine Handelsbilanz.
  • Bei Kapitalgesellschaften bestehen hohe formale Anforderungen, die erfüllt werden müssen.

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