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Nachhaltig gründen – 10 Tipps für langlebige Unternehmen

443Nachhaltig gründen – 10 Tipps für langlebige Unternehmen

Gründungswissen

 

Ein Unternehmen nachhaltig zu gründen, heißt, es von Beginn an so aufzustellen und zu organisieren, dass es über viele Jahre hinweg bestehen bleibt. Und wenn es dann daran geht, sich im Alter zur Ruhe zu setzen, hat man ausgesorgt und findet für das Unternehmen einen Nachfolger.

Beim Thema Nachhaltigkeit denken viele zunächst an Umweltschutz und Bio-Essen. Dabei geht es doch um viel mehr: Wer nachhaltig gründet und wirtschaftet, trägt mit dazu bei, dass Betrieb, Umwelt und man selbst lange erhalten bleiben.

Hier sind zehn wichtige Aspekte einer nachhaltigen Gründung. Damit diese gelingen, sollten sich Gründer und Übernehmer unbedingt von den Beratern ihrer Handwerkskammer beraten lassen.

1. Finanzierung ausreichend kalkulieren

Eine gelungene Gründung – auch und gerade bei einer Betriebsübernahme – kostet zunächst einmal Geld. Damit man als Selbstständiger Geld verdienen kann, muss das Unternehmen also zunächst einmal ausreichend und solide finanziert sein. Das heißt, jeder Gründer muss seinen Kapitalbedarf richtig kalkulieren und eine ausreichende Finanzierung beantragen.
sorgfältig planen und richtig kalkulieren. Sowohl Kapitalbedarf als auch Stundensätze, Preise für Produkte und der Mindestgewinn müssen errechnet werden. An dieses Thema darf man zuversichtlich rangehen, jedoch nicht leichtsinnig.

2. Zahlen regelmäßig prüfen

Damit die Finanzierung funktioniert und das Unternehmen Gewinne abwirft, muss der Unternehmer regelmäßig seine Wirtschaftszahlen prüfen. Dazu gehört mehr als nur das Geld auf dem Geschäftskonto. Eine sorgfältige Kalkulation und regelmäßige Nachkalkulation sind das A und O einer gelungenen Betriebsführung. Betriebswirtschaftliche Auswertungen und Jahresabschlüsse sollten schnell erstellt und ausgewertet werden: Können Kosten reduziert und Umsatz und Gewinn gesteigert werden? Stimmt die Rendite? Sind Neuanschaffungen nötig? Müssen Preise angepasst werden? Wer diese Fragen beantworten kann, hat sein Unternehmen im Blick und erkennt mögliche Risikofaktoren schon, bevor sie entstehen.

3. Strategie zur Zukunftsfähigkeit entwickeln

Nicht nur aktuelle Zahlen sollten bekannt sein, auch die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens gehört gesichert. Wer sich mindestens einmal jährlich Zeit nimmt, zusammen mit Mitarbeitern, Steuerberater, Familie und weiteren Ratgebern sein Unternehmen auf den Prüfstand zu stellen, neue Ziele zu setzen und den eigenen Weg zu überprüfen, kann sein Unternehmen weiterentwickeln und sorgt so dafür, dass dieses lange existiert.

4. Auf die eigene Gesundheit achten

Gerade junge Unternehmer neigen manchmal dazu, rund um die Uhr zu arbeiten, damit ihr Betrieb Erfolg hat. Wer dabei nicht auf sich achtet, dessen Gesundheit ist im Ernstfall stark gefährdet. Überarbeitete Menschen sind weder effektiv noch gesund - und deren Unternehmen kranken dann womöglich auch. In den ersten Monaten und Jahren einer Gründung sind Zeit und Nerven stark in Anspruch genommen. Wer jedoch von Anfang an auf sich und sein Unternehmen achtet, der kann später auch die Vorteile der Selbstständigkeit genießen und verfügt über ausreichend Gewinne und ausreichend Freizeit.

5. Effizient und nachhaltig organisieren

Gesunde Unternehmen sind effizient und nachhaltig organisiert. Dies führt zu zufriedenen Unternehmern, Mitarbeitern und Kunden. Auch hier heißt es: Regelmäßig prüfen! Sind alle Abläufe klar geregelt? Gibt es Zeitfresser? Könnten Aufgaben günstiger nach außen abgegeben werden als alles selbst zu erledigen? Kann man Dinge durch Digitalisierung besser organisieren?

6. Gute Mitarbeiter finden und binden

Zu einem guten Unternehmen gehören auch gute Mitarbeiter, die Verantwortung übernehmen und so für dessen Erhalt sorgen. Die besten Mitarbeiter bildet man erfahrungsgemäß selbst aus. Stellenportale und Empfehlungen durch Mitarbeiter und zufriedene Kunden sind weitere gute Möglichkeiten. Und wenn man dann gute Mitarbeiter gefunden hat, sollte man diese auch halten. Dazu gehört, dass man sich um die Mitarbeiter kümmert und ihnen auch immer wieder „Bonbons" zukommen lässt. Steuerfreie Extras wie betriebliche Altersvorsorgeversicherungen, die Übernahme von Kinderbetreuungskosten oder Betriebsausflüge gehören genau so dazu wie kleine Geschenke, die bekanntlich die Freundschaft erhalten.

7. Geschäftsbeziehungen klar regeln

Wer schreibt, der bleibt, sagt ein altes Sprichwort. Dies gilt für Mietverträge, Lieferantenverträge, Arbeitsverträge und andere Vereinbarungen. Mietverträge sollten zum Beispiel so abgeschlossen werden, dass das Unternehmen langfristig planen kann. Mit Lieferanten sollten einwandfreie Konditionen vereinbart werden, die auch kurzfristig angepasst und optimiert werden können. Gesellschaftsverträge sollten sorgfältig erstellt werden und auch schwierige Themen wie das mögliche Ausscheiden eines Gesellschafters beinhalten. Und wenn die Betriebsräume sich im Eigentum des Unternehmers befinden, sollten die Besitzverhältnisse von Anfang an so gestaltet sein, dass auch bei einer späteren Übergabe keine (steuerlichen) Nachteile entstehen.

8. Netzwerke pflegen

Betriebe, die in der Region verwurzelt sind, deren Unternehmer und Mitarbeiter sich vor Ort ehrenamtlich engagieren, genießen automatisch einen guten Ruf, der wiederum für zahlreiche Kunden sorgen kann. Politik, Vereine, Kirchen und andere bieten zahlreiche Betätigungsfelder. Auch das Engagement als Sponsor für soziale, kulturelle oder ökologische Dinge wird gerne von Kunden honoriert. Gerade auch in Zeiten des Online-Handels kann man sich so vor Ort positiv positionieren.

9. Umwelt schonen

Auch dieser Aspekt ist wichtig bei einer nachhaltigen Gründung. Engagement für die Umwelt zahlt sich sowohl in ideeller als auch in finanzieller Hinsicht aus. Energie und Ressourcen zu sparen wirkt sich nachhaltig auf die Zukunft des Unternehmens und der Umwelt aus.

10. Notfallplan erstellen

Gerade bei jungen Menschen, die einen Betrieb gegründet oder übernommen haben, stehen oft tausend andere Dinge im Vordergrund als das Risiko, dass „etwas passieren könnte". Dennoch: Vor einem Unfall und vor Krankheiten ist niemand gefeit. Für jeden Betrieb sollte daher ein Notfallplan existieren, der Unternehmer, Familie und Betrieb in einer solchen Situation absichert. Vertraute Personen sollten über entsprechende Vollmachten und Informationen verfügen.

Sind all diese Aspekte geklärt und positiv umgesetzt, kann ein Unternehmen nachhaltig bestehen und sich immer weiter entwickeln. Zu allen Themen gibt es in den Handwerkskammern Spezialisten, die Existenzgründer gerne beraten und auf ihrem Weg begleiten. Finden Sie Ihren Ansprechpartner und vereinbaren Sie einen Termin.

 

Margitta Burkhardt, Betriebswirtschaftliche Beraterin, Handwerkskammer Region Stuttgart

 

 

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