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Ingeborg Dinkhauser, DEKTRO Abel GmbH, Mannheim

Erfolgreich im Handwerk

18.09.2017

 

Als Ingeborg Dinkhauser im Jahr 2003 bei DEKTRO Abel startete, war sie die einzige Frau unter 30 Männern. Als alleinerziehende Mutter und Quereinsteigerin schaffte sie den Aufstieg von der Sachbearbeiterstelle in die Geschäftsleitung.

 

Kurzbeschreibung Unternehmen

DEKTRO Abel GmbH ist ein traditionsreiches Elektrounternehmen in der Metropolregion Rhein Neckar, das von Horst und Gabi Abel gegründet wurde. Dirk Abel ist seit 2002 Inhaber und Geschäftsführer. In verschiedenen Entwicklungsstufen hat sich das Unternehmen vom einfachen Elektrobetrieb in Mannheim zu einem führenden Anbieter im Bereich Elektrotechnik, Gebäudesystemsteuerung, Brandmeldeanlagen, Krankenhausinstallation und Sicherheitstechnik entwickelt. Mit Sitz in Mannheim ist das Unternehmen im Rhein-Neckar-Kreis, Rhein-Main-Gebiet und in der Technologieregion Karlsruhe als Komplettdienstleister für alle Elektroinstallationen im geschäftlichen Umfeld tätig. Seit 2016 ist Ingeborg Dinkhauser Geschäftsführerin.

Kontaktdaten:
Ingeborg Dinkhauser
Geschäftsführerin
DEKTRO Abel GmbH

DEKTRO Abel GmbH
Ziegelhüttenweg 9
68199 Mannheim
Telefon: 0621 170 285 0
Fax: 0621 170 285 28
E-Mail: abel@dektro.de

Branche:
Elektro

Produkt- und Leistungsangebot:
• Gebäudetechnik
• Elektrotechnik
• Brandmelder
• Sicherheit
• Service und Wartung

Kunden:
Öffentliche Hand, wie Kliniken, Universitäten, sowie Industrie- und Privatkunden.

 

Interview:

Frau Dinkhauser, welche Strategie hat DEKTRO Abel für die nächsten drei Jahre?
Wir setzen in Zukunft verstärkt auf eine Diversifikation des Kundenstamms. Zurzeit stammen unsere Kunden zum Großteil aus dem Sektor der öffentlichen Hand, wie Kliniken und Universitäten. In den nächsten drei bis vier Jahren möchten wir die Kundensegmente Industrie- und Gewerbekunden ausbauen. Außerdem möchten wir die Anzahl unserer Mitarbeiter bis zum Jahr 2020 von derzeit 88 auf 100 bis 110 erhöhen. Die Ausbildung sowie Fort- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter stehen weiterhin im Fokus.

Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die Arbeit bei DEKTRO Abel aus?
Das ist ein schönes Modewort und für uns kein neues Thema, denn die Digitalisierung ist schon lange unser Kerngeschäft. Wir schaffen ja quasi die Voraussetzungen für die Digitalisierung bei unseren Kunden. Bei uns selbst setzen wir diese schon lange um, beispielsweise mit digitalen Lohnabrechnungen oder in der Auftragsbearbeitung.
Wir investieren ständig in unsere Hardware, beispielsweise in neue Server. Auf der
Baustelle sind unsere Mitarbeiter mit den neuesten Endgeräten ausgestattet.

Welcher Führungsstil herrscht bei Ihnen?
Als Familienunternehmen mit Herz praktizieren wir einen auf die Mitarbeiter flexibel angepassten Führungsstil. Wir nehmen Rücksicht auf deren individuelle Problemstellungen. Bei der Arbeitszeit beispielsweise versuchen wir flexible Regelungen zu finden, wenn dies durchführbar ist.

Für was steht Ihr Motto „Positiv geladen"?
„Positiv" steht für die Einstellung und Ausstrahlung unserer Mitarbeiter und „geladen"
steht für unsere Energie. Diese Energie sollen die Mitarbeiter durch Know-how an unsere Kunden weitergeben.

Was tut DEKTRO Abel im betrieblichen Gesundheitsmanagement für die Mitarbeiter?
Wir haben zwei feste Tage pro Jahr für das betriebliche Gesundheitsmanagement eingeplant. Hierzu laden wir Krankenkassen, Ärzte oder andere Firmen ein, die sich dem Thema Gesundheit gewidmet haben. Diese informieren unsere Mitarbeiter über gesunde Ernährung und Lebensweise. Hierbei gibt es auch Aktionen, die Spaß machen und für Aha-Erlebnisse sorgen.

Was sind Ihre Wege zur Nachwuchs- bzw. Fachkräftegewinnung?
Dieses Jahr waren wir zum ersten Mal auf der Messe „Jobs for Future" in Mannheim mit einem Stand vertreten. Wir suchen zum Beispiel Auszubildende als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik. Rund 60 Interessenten kamen an unseren Stand, 10 haben sich dann auch beworben. Außerdem veranstalten wir regelmäßig Azubi-Tage, um unseren Nachwuchs da zu fördern, wo es klemmt, und fit zu machen für die Prüfungen. Wir verstehen uns als sozialen Arbeitgeber und „Chancengeber". Beispielsweise haben wir einem jungen Flüchtling aus Afghanistan die Möglichkeit geboten, bei uns eine Ausbildung als Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik zu absolvieren. Bei Rockland Radio, einem privaten Radiosender, schalten wir Werbung, außerdem finden Bewerber die offenen Stellen bei uns auf der Homepage und über die sozialen Medien. Unsere Stellenangebote sind zudem auf diversen Jobportalen zu finden.

Frau Dinkhauser, wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Nach meinem Abitur habe ich zunächst eine Banklehre abgeschlossen und danach das Studium der Soziologie und Erziehungswissenschaften begonnen. Damals bemerkte ich schon eine Affinität zur Statistik. Als Alleinerziehende mit zwei Kindern musste ich den Spagat zwischen Familie und Beruf meistern und konnte das Studium nicht beenden. Bei einem Handelsunternehmen übernahm ich eine Sachbearbeiterstelle mit dem Schwerpunkt Technik und Sicherheit. Danach war ich Assistentin der Gebietsleitung bei einem Anbieter von Schaltschränken, bis ich schließlich im Jahr 2003 bei DEKTRO Abel startete. Damals arbeiteten dort 30 Männer – und ich. Über die Fernuni studierte ich BWL, parallel zu meinem Job. Um den Kopf nach der Arbeit freizubekommen und Sport zu machen, fuhr ich in dieser Zeit jeden Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit, das sind über 40 Kilometer. Übrigens begann ich gleichzeitig mit meinem Sohn zu studieren. Ich übernahm immer mehr Führungsaufgaben, bis ich schließlich vor einem Jahr Geschäftsführerin wurde.

Ist eine Frau in einer Führungsrolle im Handwerk mittlerweile eine Selbstverständlichkeit?
Nein, bei der älteren Generation existieren oft noch tradierte Rollenbilder. Bisher hatte ich aber noch nie Probleme damit. Bei der jüngeren Generation erlebe ich mehr Offenheit.

Sind Frauen in Führungspositionen besser als ihre männlichen Kollegen?
Ich würde sagen Frauen sind anders, haben andere Führungsstärken. Männer wollen gewinnen, Frauen brauchen das nicht. Sie sind eher argumentativ und wollen Konsens. Wenn Frauen aber versuchen, so zu sein wie Männer, machen sie sich zu einer schlechten Kopie und damit werden sie weniger akzeptiert. Es kommt meiner Meinung nach auf den Stil an, nicht auf das Geschlecht, ob man eine gute Führungspersönlichkeit ist.

Welchen Hinweis möchten Sie anderen Führungsfrauen zum Abschluss geben?
Seid authentisch, traut euch, weiblich zu sein. Dies beziehe ich nicht auf Äußerlichkeiten,
sondern auf die Eigenschaften, die oft Frauen zugeschrieben werden, wie Empathie und Sachlichkeit. Schafft gute Gesprächsatmosphären, denn dadurch entstehen die besten Lösungen.

 

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