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Die Soloselbständigkeit als Chance im Handwerk

Wissens-ABC

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Die Soloselbständigkeit als Chance im Handwerk

Was versteht man unter Soloselbständigkeit?
Als Soloselbständigkeit bezeichnet man eine Form der Selbständigkeit, bei der eine Person alleine und ohne Angestellte ein Unternehmen betreibt. Der Soloselbständige ist also sowohl Eigentümer als auch einziger Arbeitnehmer seines eigenen Unternehmens. Typischerweise handelt es sich bei Soloselbständigen um Freiberufler oder Kleinunternehmer, die Dienstleistungen in den Bereichen Beratung, Design, IT, Handwerk, Kultur, Bildung und anderen Branchen anbieten.

Soloselbständige haben in der Regel keine Mitarbeiter und arbeiten von zu Hause oder in einem Coworking Space. Sie tragen allein die Verantwortung für ihr Unternehmen, müssen sich um Kundenakquise, Buchhaltung, Marketing und alle anderen Geschäftsbereiche kümmern. Eine Soloselbständigkeit kann sowohl hauptberuflich als auch nebenberuflich ausgeübt werden.


Was sind die Vorteile und Nachteile der Soloselbständigkeit?
Die Soloselbständigkeit hat wie jede Form der Selbständigkeit sowohl Vor- als auch Nachteile.


Hier sind einige der wichtigsten Vorteile und Nachteile der Soloselbständigkeit:
Vorteile der Soloselbständigkeit:
Die Soloselbständigkeit bietet die Freiheit, eigene Ideen und Visionen umzusetzen und eine flexible Arbeitsweise zu haben. Allerdings birgt sie auch Risiken, da der Soloselbständige bei Krankheit oder Auftragsmangel allein für sein Einkommen sorgen muss und nicht von einem Arbeitgeber abgesichert ist. Es ist daher wichtig, sich vor der Gründung einer Soloselbständigkeit über alle Risiken und Chancen zu informieren und eine solide Geschäftsstrategie zu entwickeln.

  • Flexibilität: Soloselbständige können ihre Arbeitszeit und Arbeitsweise selbst bestimmen und haben somit eine hohe Flexibilität.
  • Keine Personalverantwortung: Da Soloselbständige kein Personal beschäftigen, tragen sie auch keine Personalverantwortung. Folglich gibt es keine Personalkosten, es muss keine Personaleinsatzplanung gemacht werden und es muss nicht Sorge getragen werden, dass die Mitarbeiter*innen ständig ausgelastet sind.
  • Kreativität: Soloselbständige können ihre eigenen Ideen und Visionen umsetzen und somit kreativ sein.
  • Unabhängigkeit: Soloselbständige können unabhängig arbeiten und müssen sich nicht an Anweisungen von Vorgesetzten halten.
  • Steigerung der eigenen Fähigkeiten: Soloselbständige müssen in der Regel alle Aspekte ihres Geschäfts selbst erledigen, was dazu führt, dass sie ihre Fähigkeiten in verschiedenen Bereichen verbessern und weiterentwickeln können.
  • Potenziell höheres Einkommen: Soloselbständige haben die Möglichkeit, ihr Einkommen zu erhöhen, indem sie mehr Aufträge annehmen oder ihre Preise erhöhen.

 

Nachteile der Soloselbständigkeit:

  • Kein festes Einkommen: Soloselbständige haben kein festes Einkommen und müssen sich auf schwankende Auftragslagen einstellen.
  • Verantwortung: Soloselbständige tragen die alleinige Verantwortung für ihr Unternehmen und müssen sich um alle Geschäftsbereiche kümmern, einschließlich Buchhaltung, Marketing und Kundenakquise.
  • Kein sozialer Schutz: Wenn man als Soloselbständiger längerfristig ausfällt, bleibt auch die Arbeitsleistung aus. Der Arbeitsausfall wird von niemand anderem kompensiert. Ohne Wertschöpfung und ohne Betriebsleistung gibt es kein Einkommen.
  • Einsamkeit: Soloselbständige arbeiten oft allein, was zu Einsamkeit und Isolation führen kann.
  • Kein Arbeitgeberbeitrag: Soloselbständige müssen für ihre eigene Altersvorsorge und Absicherung selbst sorgen, da kein Arbeitgeberbeitrag in die Sozialversicherung geleistet wird.
  • Auftragsabwicklung: Als Soloselbständigen bleibt es einem manchmal verwehrt, größere (Projekt-)Aufträge anzunehmen, da man allein womöglich nur schwer in der Lage ist, den großen Auftrag (mangels fehlender Kapazitäten) zu bewerkstelligen. Abhilfe kann ein verlässliches Netzwerk aus Kollegen- / Partnerbetriebe schaffen.


Es ist wichtig, alle Vor- und Nachteile der Soloselbständigkeit sorgfältig abzuwägen und eine fundierte Entscheidung zu treffen, ob diese Form der Selbständigkeit für einen selbst geeignet ist.

Gibt es Beispiele für erfolgreiche Handwerke, in denen häufig Soloselbständige tätig sind?

Ja, es gibt viele erfolgreiche Beispiele für Soloselbständige im Handwerk. Hier sind einige allgemeine Beispiele:

  • Der Schreiner: Ein Schreiner, der sich auf maßgefertigte Möbel spezialisiert hat, hat sich erfolgreich als Soloselbständiger etabliert. Er hat sich einen Ruf als exzellenter Handwerker aufgebaut und erhält regelmäßig Aufträge von Kunden, die bereit sind, für seine hohe Qualität und seinen individuellen Service zu bezahlen.
  • Der Elektriker: Ein Elektriker, der sich auf die Installation von Solaranlagen spezialisiert hat, hat sich als Soloselbständiger etabliert. Da er eine Nische bedient, hat er sich als Experte auf diesem Gebiet etabliert und erhält regelmäßig Aufträge von Kunden, die eine nachhaltige Energieversorgung suchen.
  • Der Fliesenleger: Ein Fliesenleger, der sich auf die Renovierung von Badezimmern spezialisiert hat, hat sich als Soloselbständiger einen Namen gemacht. Er hat sich auf die Umsetzung von individuellen Badezimmerdesigns spezialisiert und erhält regelmäßig Aufträge von Kunden, die Wert auf Qualität und Kreativität legen.

Diese Soloselbständigen schaffen es oft, sich als Experten auf ihrem Gebiet zu etablieren und sich durch ihre hohe Qualität und ihren individuellen Service von anderen Anbietern zu unterscheiden. Indem sie eine Nische bedienen, könn(t)en sie sich erfolgreich als Soloselbständige im Handwerk etablieren.

Falls eine Soloselbständigkeit in Frage kommt oder es weitere Fragen hierzu gibt, sind wir die richtigen Ansprechpartner! Wir helfen gerne bei offene Fragestellungen und geben Unterstützung im gesamten Prozess der Existenzgründung.

Hier finden Sie die Ansprechpartner Ihrer Handwerkskammer. 

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