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Personalentwicklung: Fort- und Weiterbildung für Mitarbeitende

Wissens-ABC

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Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind bei der Fachkräftegewinnung und Mitarbeiterbindung ein schlagendes Argument. Denn wer zeigen kann, dass Entwicklung möglich und der Einstieg in den Betrieb nicht der letzte, sondern der erste Schritt auf der Karriereleiter ist, wird für motivierte Leute interessant und wirkt auch umgekehrt motivierend.

1. Fort oder weiter?

Fort- und Weiterbildungsangebote gibt es viele. Umso wichtiger ist es, zunächst zwischen diesen beiden grundsätzlichen Möglichkeiten zu unterscheiden. Bei einer Fortbildung geht es in der Regel darum, im derzeitigen Job besser zu werden oder einfach auf dem neuesten Stand zu bleiben. Für einen Schreiner-Gesellen kann das richtige Angebot da zum Beispiel ein CAD-Aufbauseminar sein, für eine Büroangestellte ein MS-Office-Kurs.
Eine Weiterbildung geht, wie der Name schon sagt, ein Stück darüber hinaus. Bei ihr steht nämlich nicht unbedingt ein konkreter betrieblicher Zweck im Vordergrund, sondern das persönliche Quali-fikationsprofil des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin. Den Mitarbeitenden sollen sich neue Mög-lichkeiten erschließen – und das möglichst im eigenen Betrieb.

2. Wer braucht was?

Welche konkrete Fort- oder Weiterbildung infrage kommt, sollte zusammen mit dem Mitarbeiter bzw. der Mitarbeiterin geklärt werden. Voraussetzung ist natürlich, dass der Chef oder die Chefin weiß, welches Wissen und Können derzeit und in Zukunft gebraucht wird und wo die Mitarbeiten-den derzeit stehen. Auch die längerfristige Karriereplanung sollte nicht außen vor bleiben. Wo also sieht sich der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin in zwei, fünf oder zehn Jahren? Ist er oder sie dann weiter Geselle oder Gesellin? Und wird er/sie seine/ihre derzeitigen Aufgaben auch dann noch gut und gerne übernehmen können? Um dies herauszufinden, eignen sich jährliche Mitarbeiterge-spräche. Gemeinsam lässt sich relativ schnell klären, welche Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen sowohl die persönlichen Bedürfnisse als auch die betrieblichen Anforderungen erfüllen.

3. Chef lernen?

Azubi, Gesellin, Meister: Das ist die klassische Karriere im Handwerk. Der Meistertitel ist zwar als Aufstiegsfortbildung definiert, weil er sich auf den erlernten Beruf bezieht. Allerdings führt er Mit-arbeitende definitiv weiter – und zwar in Führungsrollen oder in die Selbständigkeit. Statt gleich zu befürchten, dadurch Fachkräfte zu verlieren, sollten sich Betriebsinhaber/innen überlegen, was sie gewinnen können: Nämlich potenzielle Nachfolger. Und noch einen großen Vorteil haben Meis-ter/innen im Betrieb: Sie können nämlich ausbilden und damit die Fachkräfte von morgen frühzeitig in Ihren Betrieb integrieren.

4. Wer bietet was?

Ob fachspezifisches Wissen, kaufmännisches Know-how, Meisterschule oder berufsbegleitendes Bachelor-Studium: Die Bildungshäuser der Handwerkskammer sind speziell auf die Anforderungen kleiner und mittlerer Betriebe zugeschnitten und decken ein breites Spektrum an Fort- und Wei-terbildungsmöglichkeiten ab. Darüber hinaus bieten auch Verbände und Innungen Kurse an. Auch interne Schulungen und spezielle Firmenseminare können sinnvoll sein – schließlich kann man die inhaltlich und terminlich genau abstimmen. Hierzu beraten die Weiterbildungsexperten der Hand-werkskammer gerne.

5. Wer trägt die Kosten?

Arbeitsplatzbezogene Fortbildungen, für die häufig auch eine Fachkursförderung beantragt wer-den kann, sollten vom Betrieb bezahlt werden. Auch bei sonstigen Weiterbildungen empfiehlt sich zumindest eine anteilige Kostenübernahme. Das zeugt von Wertschätzung und ist eine Investition in eine für beide Seiten erfolgreiche Zusammenarbeit. Aktuell wird Weiterbildung auch in der Poli-tik großgeschrieben: Fachkursförderungen, Aufstiegs-BAföG, Weiterbildungszuschüsse durch das Qualifizierungschancengesetz, Weiterbildungsstipendien und weitere Angebote übernehmen teil-weise die Kursgebühren oder auch anteilig die Lohnkosten des Weiterbildungsteilnehmenden. Zudem können die vom Land geförderten Personalberater und -beraterinnen der Handwerks-kammern Handwerksunternehmen kostenfrei bei der Personalentwicklungsplanung unterstützen oder Unternehmer und Unternehmerinnen können auch über das Landesprogramm „Coaching zur Personalentwicklung und Weiterbildungsberatung von kleinen und mittleren Unternehmen" eine finanzielle Förderung erhalten. Viele weitere Infos zum Thema Personal gibt es unter handwerk2025.de/personal.

 

Text:   Handwerkskammer Konstanz (Stand: Februar 2022)

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