Nachhaltig gründen? Nachhaltig gründen!

Thema des Monats

© Pixabay


In der Forstwirtschaft kennt man den Begriff Nachhaltigkeit schon sehr lange:
„Es wird pro Jahr nur so viel Holz geschlagen, wie im folgenden Jahr wieder nachwächst."

Warum dieses Prinzip nicht auch auf den eigenen Betrieb übertragen?

Die Vorteile liegen klar auf der Hand:

  • bessere Vermarktung als nachhaltiger Betrieb
  • man ist als arbeitgebender Betrieb attraktiver
  • zukünftige Generationen haben auch eine Chance gut zu leben
  • der Klimawandel wird weniger starke Auswirkungen haben

Auch als Existenzgründer*in kann man beginnen nachhaltig zu wirtschaften.
Dazu werden verschiedene Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeits-Kodex herangezogen und mit Fragen hinterlegt.

Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeits-Kodex

a. Tiefe der Wertschöpfungskette

  • Welche Arbeitsmittel werden genutzt?
  • Wie kommen die Arbeitsmittel zu mir?
  • Wer sind meine Lieferant*innen und wie werden diese ausgewählt?
  • Wie geht man mit dem Abfall um, der im Betrieb entsteht?

b. Beteiligung von Anspruchsgruppen

  • Möchte ich Kund*innen gewinnen, die an Nachhaltigkeit interessiert sind?
  • Wer macht auf mich aufmerksam?

c. Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen und Ressourcenmanagement

  • Welche Ressourcen verbrauche ich im Betrieb (z.B. Natursteine, Wasser, Strom, Metalle, Öl, Gas, Holz)?
  • Kann ich meine Verbräuche feststellen und kenne ich sie?
  • Können möglichst wenig Ressourcen verbraucht werden?

d. Klimarelevante Emissionen

  • Welche Treibhausgasemissionen (in der Regel CO2) entstehen durch die Tätigkeit des Betriebes?
  • Können die Emissionen reduziert werden?

e. Mitarbeitende (sofern vorhanden)

  • Werden sie in das Thema Nachhaltigkeit eingebunden?

f. Gesellschaftliches und soziales Engagement

  • Kenne ich die für mich geltenden gesetzlichen Regelungen und halte ich sie auch ein?
  • Kann ich mich in meinem Dorf, meiner Stadt sozial engagieren, z.B. durch Unterstützung von Vereinen, Schulen oder Mitgliedschaft in der Feuerwehr?
  • Kann ich bei meinen Rohstofflieferungen auf die Einhaltung von Menschenrechten achten?

Am Ende des ersten Jahres sollte dann ein Vergleich zwischen den gesteckten und erreichten Zielen stattfinden. Wird dies regelmäßig durchgeführt, kann die gelebte Nachhaltigkeit sehr gut nach außen vermittelt werden.

Die Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk e.V. hat ein Tool entwickelt, das weitere Anregungen enthält, die Nachhaltigkeit im Betrieb zu verankern: Nachhaltigkeits-Navigator Handwerk

Ein erster Schritt kann auch sein, zunächst „nur" die CO2-Emissionen des Betriebes nach einem Jahr zu erfassen und zu berechnen. Die Umweltberater der Handwerkskammern und Fachverbände stehen Ihnen dazu gerne zur Verfügung.

 

Text: Handwerkskammer Reutlingen

 

zurück
powered by webEdition CMS